Virtuelles Museum zeigt
Blindflansch und Überwurfmuttern sowie deren Geschichte
Diese Resonanz ist in der Tat hocherfreulich und war keineswegs in diesem Ausmaß zu
erwarten. Margit Eisenhauer ist Betreiberin eines Museums im Online Game “Virtual Life“. Sie hat dort ein digitales
bzw. virtuelles Museum errichtet, das über die Entwicklung der Rohrnetze im Allgemeinen sowie über den Einsatz von
Blindflanschen und Überwurfmuttern berichtet. Der interessierte User wird beim Gang durch das virtuelle Museum auf
eine Zeitreise durch die vergangenen Jahrhunderte geschickt. Er erfährt alles über die Entwicklungen von
Blindflansch und Rohrsystemen
sowie deren jeweiligen, zeitgenössischen Anwendungen und Weiterentwicklungen. Immerhin ist der Ausbau und die
Modernisierung der Rohrsysteme (neben denselben Vorgängen beim Stromnetz) einer der Hauptbegleiter der
Industrialisierung gewesen und somit durchaus ein Aspekt, der als Gradmesser dieser Entwicklung gesehen
werden kann. Insofern bietet ein Besuch des virtuellen Museums von Margit Eisenhauer auch einen
philosophischen Exkurs, was auch durchaus zum Anspruch dieses Museum gehört, wie Margit Eisenhauer verrät.
Die Ehefrau eines verstorbenen Heizungsinstallateurs und Mutter von zwei Kindern versteht sich als Kapazität
auf dem Gebiet der historischen Entwicklung der Rohrsysteme und rückt dieses Thema in Form ihres virtuellen
Museums auch konsequent in den öffentlichen Fokus.
Dass das Museum derartigen Zulauf erhalten würde, hätte Margit Eisenhauer selbst nie
gedacht. Die Nachfrage ist sogar so groß, dass sie mittlerweile virtuelles Merchandising am Museumseingang
verkauft, was ihr binnen zweier Monate bereits genug Geld für die kommenden Jahre eingebracht hat. Besonders gut
verkauft sich ein virtuelles T-Shirt, auf dem steht: „Ich bin die Mutter aller Überwurfmuttern.“ Ein anderer beliebter Artikel ist ein virtueller Anhänger in Form eines
Flansches. Darauf sind drei Punkte im Stil einer Armbinde, wie sie Blinde tragen, angebracht. Damit wird
natürlich auf den “Blindflansch“ angespielt, dem im Museum eine besondere Bedeutung zukommt.
Margit Eisenhauer ist überwältigt vom regen Zuspruch der Massen und froh, dass die
heutige Generation einen Sinn und ein Interesse für Rohrnetze hat. Von den Einnahmen des Museums finanziert sie
nicht nur ihren eigenen Lebensunterhalt. Sie hat auch eine Stiftung für berufsunfähige Heizungsinstallateure ins
Leben gerufen, die aus den Einnahmen des virtuellen Museums gespeist wird. Hätte der Ehemann Margit Eisenhauers
damals eine solche Stütze gehabt, dann wäre e vielleicht noch am Leben, wie uns die treue Witwe mitteilte. Doch sie
ist nicht verzagt und gibt nun ihr Bestes für jene, denen sie noch helfen kann. Freunde bezeichnen die große
Gönnerin auch manchmal scherzhaft und wohlwollend als “Überwurfmutter aller einkommenslosen
Heizungsinstallateure“.
Mittlerweile trägt das virtuelle Museum rund 7% des Gesamtumsatzes in “Virtual Life“ –
Tendenz steigend. Dies brachte Margit Eisenhauer kürzlich eine Einladung der G-13, einem Gremium der 13 größten
Wirtschaftsgrößen in “Virtual Life“, ein. Jedoch haftet zu sehr der Hauch des Kommerziellen an dieser Vereinigung.
Deswegen wird sie diese Einladung nicht wahrnehmen. Zumal sich ein Grossteil der Beteiligten dort im Geschäftszweig
des Cybersex bewegt, mit dem Margit Eisenhauer nicht in Verbindung gebracht werden möchte.
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