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Historische Schiffsbeteiligungen und Schiffsfonds

Etliche Fondsdiscounter bieten heutzutage Schiffsfonds an. Doch wie kam eigentlich die Idee einer Schiffsbeteiligung überhaupt zu Stande? Glaubt man der Geschichtsschreibung, dann finden sich die ersten klassischen Vorläufer der Schiffsbeteiligung bereits im zwölften Jahrhundert. Und ihr Hintergrund war so logisch wie einleuchtend.

Historisches Schiff
Zur Zeit des zwölften Jahrhunderts begann die ökonomische Wichtigkeit von Seehandel immer mehr zuzunehmen. Heute werden über 90% aller Waren über den Seeweg transportiert. Es war also in der Tat ein Markt mit blendender Zukunft, der sich mit der Schifffahrt eröffnete. Das erkannten auch viele Kaufleute an den bedeutenden Küstenstädten. Die Gewinnspannen durch Schifffahrt und Seehandel waren in der Tat enorm, da auf diesem Wege Waren beschaffen werden konnten, die von weit her kamen und entsprechend gefragt waren. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt kaum einen Kaufmann, der so reich gewesen wäre, dass er sich selbstständig ein Schiff für diese Zwecke hätte leisten können. So kam es, dass mehrere Kaufleute sich zusammen taten und gemeinsam in ein Schiff investierten. Die erste Form der Schiffsbeteiligung war geboren. Und nicht nur das! Aus den Zweckallianzen der Kaufleute sollten die mitunter mächtigsten Kaufmannsverbindungen ihrer Zeit entstehen. Allem voran die Hanse. Der deutlichste Unterschied zur heutigen Form der Schiffsbeteiligung bestand zu jenem Zeitpunkt noch darin, dass die Investoren (also die Kaufleute) allesamt aktiv in die Verwaltung und Benutzung des Schiffs involviert waren und ein entsprechendes Mitspracherecht hatten, was die konkrete Verwendung des Schiffs anbelangte.

Eine weitere Annäherung an Schiffsbeteiligungen, wie wir sie heute kennen, ergab sich in den Gefilden der mächtigen italienischen Seestädte. Natürlich sind da vor allem Genua und Venedig zu nennen. Mit dem Aufstieg der Bankhäuser in Italien wurde es für risikofreudige Händler möglich, die Waren eintreffender Schiffe im Voraus zu vergünstigten Konditionen zu erwerben. Wenn das Schiff jedoch unterging, war das investierte Geld ebenfalls in den Untiefen der Bank verschwunden. Also auch im Mittelalter gingen Rendite und Risiko Hand in Hand. Zumal der Untergang eines Handelschiffs ein sehr viel konkreteres Risiko darstellte, als dies heute noch der Fall ist. Hier bestand die Annäherung zur heutigen form der Schiffsbeteiligung in der spekulativen Natur der Investition. Aus nahe liegenden Gründen war dies aber zu jener Zeit deutlich riskanter. Lange Seereisen, archaische bis nicht vorhandene Kommunikationswege und die Beschaffenheit der Schiffe stellten große Risikofaktoren dar, die so heute nicht mehr gegeben sind.

Ein große Annäherung an das heutige Modell der Schiffsbeteiligung ergab sich, als sich die Handelsformen der Hanseaten und der mediterranen Handelsimperien zunehmend vermischten. Im Laufe der Zeit entstand die Investitionsform, die passive Teilhabe an einem Schiff ermöglichte. Ein Investor konnte sich finanziell an einen Schiff beteiligen. Zwar bestand kein konkretes Mitspracherecht darüber, wie die Investitionen genau einzusetzen seien. Dafür wurde der Investor an allen Gewinnen beteiligt, die das Schiff erwirtschaftete. Das Prinzip der heutigen Schiffsbeteiligungen war somit geboren. Dieses Prinzip bewährt sich bislang bestens. Auch heute noch zählen Schiffsfonds zu den sichersten Anlagemöglichkeiten aus dem Bereich der so genannten geschlossenen Fonds. Und dass die Investition kurzerhand im Meer versinkt, ist heutzutage dankenswerter Weise auch eher unwahrscheinlich.